Da ich nun in der vergangenen Woche auch Samstag zur Uni ging, und am Sonntag mit Nina abgemacht hatte, mit ihr ins Kinderzentrum zu gehen, wo sie sonntags arbeitet, konnte ich nicht wie ueblich einen freien Tag geniessen, was mir jedoch auch voellig egal war. Ich bin immer froh, wenn sich wieder eine neue Situation ankuendigt, da mit sich mit der Zeit doch eine Art Alltagstrott einschleicht. Ich bin die meiste Zeit ausserhalb der Uni alleine unterwegs, da man bedingt durch die neue Umgebung der fremden grossen Stadt und die noch vorhandene Sprachbarriere nicht sofort neue Kollegen und Freunde finden kann.
Daher bin ich immer froh, unter die Leute zu kommen. Am Sonntag nahm mich meine Gastmutter wie gesagt mit ins Kinderzentrum. Dort haben kleine Kinder die Moeglichkeit, einen spielgruppenaehnlichen Unterricht zu besuchen, wo ihnen auf einfache spielerische Art bereits gewisse vorschulische Kenntnisse vermittelt werden. Es gibt Musikunterricht, wo die Kinder singen und sich erste Rythmuskenntnisse aneignen. Ausserdem gibt es wie auch bei uns ueblich immer wieder Bastelunterricht oder die Moeglichkeit, sich auszutoben. Ebenfalls in diesem Zentrum wird aelteren Kindern Logopaedie- oder Psychologietherapie erteilt.
Ich verfolgte das Treiben gespannt und stellte mit einer gewissen Freude fest, dass die Kinder auch hier bereits frueh gefoerdert werden, was sicherlich dienlich ist fuer ihre spaetere Entwicklung.
Heute ging ich wie ueblich morgens zur Uni und ging dann auf Einladung von Nina mittags zur Kulturakademie, wo sie unter der Woche als Psychologielehrerin arbeitet. Beim Warten in der Eingangshalle fielen mir die verschiedenen Kleidungsstyle der Studenten auf, die sich wie auch bei uns ueblich, teilweise nach ihren musikalischen und kulturellen Vorlieben richteten. So erblickte man beispielsweise Hip-Hopklamotten, in Springerstiefel und schwarze Maentel gekleidete Gothicliebhaber oder andere allesamt ziemlich schoene junge Menschen, die sich Muehe gaben, durch ihr Outfit ein gewisses Stilbewusstsein auszustrahlen.
Im Innern des Gebaeudes zeigte mir Nina dann kurz einige der verschiedenen Raeume und ueberliess mich dann einem ihrer Studenten, der gerade keinen Unterricht hatte. Er heisst Artjosch und ist 23 Jahre alt. Ich sprach viel mit ihm, oder versuchte es zumindest so gut es eben mein russisch zuliess, und erlebte ihn als sehr netten jungen Mann. Er zeigte mir unter anderem auch eine spezielle Art von Gesang, die er hier an der Akademie praktiziert. Eigentlich stammt er aus einer anderen Region Sibiriens in der Naehe von Tuwa, ebenfalls in Sibirien. Dort gehoert diese Art von Gesang zum Brauchtum des Volkes. Es wird auch eine andere Sprache gesprochen, so dass er als er nach Ulan Ude kam, zuerst russisch lernen musste, obwohl er eigentlich die russische Staatsbuergerschaft besitzt. Er spielt auch sehr gut Klavier und interessiert sich fuer Musik im Allgemeinen, also zeigte ich ihm einige meiner Aufnahmen von mir und Toni auf meinem Ipod (auch bekannt als Spiced Tofu, die zukuenftig beste Band im Erdkreis. oderso.), die im auch einigermassen gefiehlen.
Beim Thema Familie erklaerte er mir, dass er bereits verheiratet sei und einen 2 jaehrigen Sohn habe, der jedoch nicht in Ulan-Ude, sondern zu Hause bei seiner Tante lebt. Artjosch lebt mit seiner Frau im Studentenheim.
Ich erlebte diesen Kontakt als sehr interessant und war ausserdem zufrieden, dass wir uns auf russisch einigermassen so verstaendigen koennen, dass wir uns gegenseitig - auf einem einfachen Niveau - verstanden. Nina stellte mich ausserdem einer weiteren Studentin vor, die an der Akademie ein traditionelles Hackbrettaehnliches Instrument praktiziert und ebenfalls sehr sympathisch ist. Nina bemueht sich auch ein wenig darum, dass ich viel Kontakt zu ihren Schuelern oder anderen Jugendlichen habe, damit ich mich moeglicherweise auch mit einigen von ihnen anfreunde. Ich finde das sehr gut, bin mir jedoch auch bewusst, dass man Freundschaften nicht erzwingen darf und kann, bin jedoch optimistisch, dass ich bald in meiner Freizeit weniger oft alleine durch die Stadt streifen muss.
Morgen gehe ich mit meiner Gastmutter Tschaikowskis "Schwanensee" mit Ballett schauen, worauf ich mich sehr freue, da mir dieses Stueck ziemlich gut gefaellt, soweit ich mich erinnern kann. Es ist mittlerweile auch nicht mehr ganz so warm wie zu Beginn meiner Anwesenheit, langsam bereitet der Winter seinen Einzug vor, wie es mir scheint. Es soll auch bald schneien, wenn man den Wetterprognosen Glauben schenken darf. Ich werde also bald meinen dicken Mantel hervorholen muessen...
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2 Kommentare:
aaahahahahaa Artjosch :d
i verreckeee
ja, vowo söll ich wüsse ob du n vergessliche alkoholiker bisch oder ned? kihi.
ehmm...ja ishc mega muetig vo dier allei uf sibirie, ich bin immoment ja in england...und ja d schuel..haha tischi designe isch so öppe s aspruchvollschte wo ich bis jetzt dete gmacht han
was machsch so de ganzi tag dete?
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