Bedingt durch die Tatsache, dass der Zeitunterschied von Moskau nach Ulan-Ude weitere 5 Stunden (insgesamt 7 Stunden zur Mitteleuropaeischen Zeit), landete unser Flugzeug nach 5,5 stuendigem Flug um 8 Uhr morgens am kleinen Flughafen etwas ausserhalb der Stadt. Im Anflug auf den Flughafen ueberflogen wir die ganze Stadt, womit ich bereits einen kleinen Ueberblick gewinnen konnte. Zur Begruessung lachte uns bereits die im Dunst aufgehende Sonne entgegen, es war aber allgemein bereits ziemlich kalt. Im Flughafengebaede nahm mich dann sogleich Wladimir, mein Deutschlehrer, in Empfang, der mich sofort erkannt und angesprochen hatte. Auf dem Weg in die Stadt erklaerte er mir die wichtigsten Informationen ueber die Stadt und schon bald standen wir vor der Tuere meines neuen Zuhauses fuer die naechsten 4 Monate.
Am Eingang erwartete mich bereits meine Gastmutter Nina, die wie ich sogleich merkte, burjatischer Abstammung ist. In Ulan Ude leben etwa ein drittel Burjaten, ein asiatischer Volksstamm, der aeusserlich den Mongolen sehr aehnlich sieht und auch damit verwandt ist. Nach einigen schwerfaelligen Versuchen, gemeinsam auf russisch ins Gespraech zu kommen, fragte sie mich nach kurzer Zeit, ob ich moeglicherweise franzoesisch spreche. Sie habe diese Sprache frueher einmal studiert, erklaerte sie spaeter. Die Freude ueber diese unerwartete Erleichterung der ersten kennenlernenden Kommunikation war meinerseits auch relativ gross, da mein Russisch sich bisher noch nicht fuer richtige Gespraeche eignet... Nach einer kurzen Fuehrung durch ihr bescheidenes Heim und dem Zeigen meines Zimmers, tranken wir gemeinsam Tee und stellten uns gegenseitig genauer vor. Ich erzaehlte von meiner Heimat, meiner Familie und meinen Zukunftsplaenen. Fuer Nina war es jedoch keineswegs die erste Begegnung mit einem deutschsprachigen Auslaender, ihre Familie hatte vor mir bereits um die 15 andere Gaststudenten beherbergt.
Nach einer Weile musste Nina sich bereits wieder verabschieden, da sie noch arbeiten gehen musste. Sie arbeitet 7 Tage in der Woche und hat neben ihrem Beruf als Psychologielehrerin an einer Kunstschule noch einen Job als Telefonseelsorgerin und Kinderbetreuerin. Ich legte mich zwischenzeitlich schlafen, da ich auf Grund des Zeitunterschieds sehr muede war. Als ich spaeter wieder erwachte, lernte ich auch endlich meine 20 jaehrige Gastschwester Dascha kennen. Sie studiert im letzten Studienjahr deutsch an der Fakultaet, wo ich nun auch russisch lerne und spaeter deutsch unterrichten werde. Durch diese Tatsache erleichterte sich unsere Kommunikation natuerlich massiv. Ich machte ausserdem Bekanntschaft mit der kleinen schwarzen Hauskatze Tschernowa, welche sehr verspielt, aber auch etwas agressiv ist.
Da ich nicht sehr lange geschlafen hatte, legte ich mich spaeter nochmals hin und schlief bis zum Einsetzen der Abenddaemmerung. Danach ging ich mit Dascha den den kurzen Weg in die Innenstadt zu Fuss und sie zeigte mir, wo ich am naechsten Tag zur deutschen Fakultaet der Uni gehen musste. Den spaeteren Abend verbrachten wir mit Fernsehen und ersten russischen Gespraechsversuchen, bevor ich mich erschoepft von der Reise und den ersten Eindruecken ins Bett legte.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
2 Kommentare:
hey!
aber nöd zvill franz und dütsch rede, gell, muesch ja russisch lerne :p
en schöne!
p.s. din blog isch spannender als en krimi!
'Wladimir, mein Deutschlehrer'
aaaahahahahaaaaa dr wladimiiiirrr :D
(äuä isch di blog spannender aus e krimi, huere schliimer das ;) )
Kommentar veröffentlichen