Sonntag, 16. November 2008

Es gibt Momente...

... da fuehlt man richtiggehend, wie sich ein alles beruhigender Frieden in einem Raum ausbreitet. Gestern Abend hatte ich das Glueck, Teil eines solchen seltenen Momentes zu sein.
Nach einem tollen Tag im Ethnographischen Museum war ich ziemlich zufrieden nach Hause zurueckgekehrt, wo ich mich etwas erholen wollte.
Bald kamen auch Nina und ihre Freundin Lydia nach Hause. Nina bereitete ein schmackhaftes Abendessen vor, welches wir schliesslich zu dritt am Tisch verspeisten. Dazu gab es fuer die Frauen wie noch ziemlich haeufig bei solchen Anlaessen Wodka und fuer mich Weisswein - Nina meint, Wodka sei nur etwas fuer aeltere Semester. Beim Trinken gibt es sehr viele kleine Regeln und Traditionen, welche hier noch einen hohen Stellenwert geniessen. So gilt beispielsweise die dritte Trinkrunde der Liebe; man nimmt das Glas nicht wie ueblich in die rechte, sondern in die linke Hand, da diese auf der Seite des Herzens liegt. Und nach dem Austrinken legt man das Glas mit der Oberseite nach Unten auf den Tisch und wartet einige Zeit, bis man es wieder umkehrt und nachschaut, welche Zeichnung die Restfluessigkeit auf dem Tischtuch hinterlassen hat. Erkennt man einen geschlossenen Kreis oder gar eine runde kleine Pfuetze, so soll einen in naeherer Zukunft das Liebesglueck erreichen. Bei mir war ein grosser geschlossener Kreis erkennbar. Mir blueht also viel Liebe. Hoffen wir, dass da etwas Wahres dran ist.

Nach einigen Runden Wodka wollte Nina singen, und bat mich darum, meine Gitarre zu holen, um sie beim Singen zu begleiten. Ich begleitete also ein russisches Volkslied so gut es ging, was zu einer sehr angenehmen Atmosphaere fuehrte. Bald baten mich die beiden Frauen darum, ihnen selbst ein Lied aus meiner Heimat vorzusingen. Es kostete mich etwas Ueberwindung, doch ich sang ihnen schliesslich eines meiner Lieblingslieder vor - Tocotronic, Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit. Sie waren sehr erfreut und gluecklich ueber meinen musikalischen Beitrag und wollten noch mehr hoeren. So verbrachten wir schliesslich den ganzen Abend bei Kerzenlicht im Wohnzimmer mit Singen und Gitarrenspiel. Dabei legte sich eine extrem friedliche Stimmung ueber unsere kleine Gesellschaft. Lydia und Nina verspuerten durch mein melancholisches Gitarrenspiel eine gewisse Ruehrung, welche mich wiederum sehr gluecklich machte. Eine solche grenzueberscheitende Kraft kann nur Musik verspruehen, glaube ich. Musik, die zwar nicht perfekt ist, aber von Herzen kommt.

Ja, und eigentlich wollte ich ja an diesem Abend in die Disco. Ich bin jedoch im Nachhinein froh, dass dies nicht zu stande gekommen ist und ich stattdessen Teil eines solch schoenen Momentes der Menschlichkeit werden konnte.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Heute schreibe ich dir aus windischeschenbach!
jahaa! ich bin in bayern.

weißt du was man über weißwein so sagt?

außerdem war ich heute/gestern das erste mal richtig besoffen! wir haben mit alberto und eva wodka und 10% bier getrunken. batallon oder so nennt sich unsere tätigkeit.
aber auch nur so lange wie digitalism gespielt haben. bei boys noize war ich wieder nüchtern nur bin ich dann in den armen von so einem typen (nicht meinem) eingeschlafen... aber so viel ich weiß war ich brav und habe dann bei justice wieder gas gegeben.

uui ich schäme mich aber ein joint wurde auch geraucht und viel bier ist geflossen. auf meine schuhe, jacke und meine hand. der geruch ist immer noch da...

wir haben zudem noch sehr viele nette typen kennengelernt. die typischen electro menschen halt. bunte schuhe, sonnenbrillen in clubs, kopfhörer und glow sticks, yay!
luc und marcel waren aus luxemburg und kannten wirklich alles was dort gespielt hat.

alles in allem BOMBE. gewinner des abends sebastian um fünf heures!
machen wir nächstes jahr southside/melt oder i love techno zusammen?
it would be a pleasure for me.

anyway have fun, großer Livio

morgen sehe ich dann miles kane plus band live, in munich (illegal, you know)
mich langweilt es und in der stützlevilla gibt es nur internet kein msn...

naja.

Süße Grüße,

xx.

P.S.
ich will eine karte aus dem land des bären mit tatzen, die so groß sind wie katinkas hände :D

Anonym hat gesagt…

deine berichte sind sehr interessant (vor allem auch da ich vorhabe, im frühling ebenfalls nach ulan-ude zu gehen) und die kommentare dazu sind so schön kindisch, du scheinst lustige freunde zu haben :p