Donnerstag, 15. Januar 2009
Schwiizerdütsch.
Ich hatte gerade vor einigen Minuten das Vergnügen, meine schon etwas angestaubten muttersprachlichen Kenntnisse der mündlichen Schweizerdeutschen Sprache spontan wiederzuerwecken. Das wunderbare Intro von "Last Day Of Magic" kündigte mir plötzlich das Bedürfnis von einer anderen Person, mich telefonisch zu erreichen, an und ich nahm wie immer den Anfruf mit einem breiten langezogenen leicht fragenden "Daaa?!" - also "Ja?!" - entgegen. Die mir unbekannte junge Frau am anderen Ende der Leitung fragte dann, ob ich "Lichti" zum Nachnamen heisse - mein Nachname hat wohl international keine Zukunft, bereits unsere nördlichen Nachbarn können ihn nicht richtig aussprechen - und ob ich aus der Schweiz komme. Ich bestätigte beides wiederum mit einem spimplen russischen ja und wurde dann sogleich mit der völlig unerwarteten Frage "Redsch au schwiizerdütsch?" konfrontiert. Darauf war ich nicht vorbereitet. Aber irgendwie klappte der Wechsel zurück zu den Wurzeln der eigenen Umgangssprache doch ziemlich schnell, nur die Mundmotorik ist irgendwie gar nicht mehr an unseren tollen Dialekt gewöhnt. Es stellte sich dann heraus, dass die junge Frau und ihr Ehemann schon seit einem Monat in Ulan-Ude sind, um ebenfalls die russische Sprache zu erlernen, jedoch nicht im gleichen Programmzusammenhang wie ich. Irgendwie hat ihnen nun jemand von der Uni meine Nummer gegeben, worüber ich mich natürlich auch sehr freue. Nach meiner Rückkehr nach Ulan-Ude am Samstag oder Sonntag, habe ich ganz am Schluss meiner Zeit in Sibirien doch noch die Gelegenheit, Schicksalsgefährten zu treffen und mit ihnen über die Besonderheiten eines Lebens fernab von der eigentlichen Heimat zu reden. Und gleichzeitig kann ich wieder ein wenig Schweizerdeutsch üben für meine baldige Rückkehr in die Schweiz, haha.
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