Mittwoch, 24. Dezember 2008

Frohe Weihnachten!


Zum ersten Mal in meinem Leben erlebe ich schoen verschneite weisse Weihnachten. Die Ironie daran ist nur, dass in Russland gemaess der russisch-orthodoxen Tradition am 24. Dezember gar nicht wie in unserer christlich-abendlaendischen Kultur Weihnachten gefeiert wird. Heute ist fuer fast alle Russen ein stinknormaler Arbeitstag und auch am Abend wird hier kaum jemand das Fest zu Ehren der Geburt Christis feiern - hoechstens einige Angehoerige der winzigen Katholischen Minderheit im Lande. Die grosse Sause inklusive Geschenkchen, Kerzen und manchmal lichterloh brennenden Weihnachtstannen geht hier erst am 31. Dezember ueber die Buehne, jedoch ohne religioese Elemente wie beispielsweise Krippenspiele oder Weihnachtsgottesdienste. Diese finden erst am 7. Januar, dem orthodoxen Weihnachtsfest, nach dem alten julianischen Kalender statt.
Ich werde heute Abend also nicht vor einer geschmueckten Tanne Platz nehmen und viele schoene tolle Geschenke in Empfang nehmen und danach bei Kerzenschein mit der alljaehrlich gleichen Weihnachtsmusik vom Gefangenenchor Regensdorf ein etwas festlicheres Abendessen zu mir nehmen. Aber irgendwie trifft mich das gar nicht allzu sehr. Mir lag nie allzu viel an der weihnaechtlichen Unterstuetzung der Geschenkchenindustrie und der oftmals uebertrieben kuenstlichen Herzlichkeit und Heiterkeit, welche man seinen Mitmenschen an diesem Fest schenken sollte. Darum verkrafte ich den diesjaehrigen Entfall von Weihnachten auch mehr oder weniger gelassen. Und auf den Strassen der Stadt herrscht hier trotzdem ein bisschen sowas wie Weihnachtsstimmung. Als Vorbereitung auf das Neujahrsfest stehen naemlich schon vielerorts schoene Weihnachsttannen und die Gebaeude sind teilweise mit bunten Lichterketten geschmueckt. Somit muss ich auf diese Elemente von Weihnachten wenigstens nicht verzichten.

Aber irgendwie vermisse ich am heutigen "Fest der Liebe" all die tollen Menschen, welche mir in der Heimat mein Leben durch ihre Anwesenheit versuesst haben und dies hoffentlich auch in Zukunft tun werden, etwas staerker als sonst. Darueber troesten meine durchaus vorhandenen, aber doch irgendwie mit dem Attribut "temporaer" gebrandmarkten russischen Freundschaften auch nicht ganz hinweg. Auf meinem Ipod habe ich ein paar Versionen von "Stille Nacht", welche ein paar tolle Musiker irgendwann aufgenommen haben - die von Low ist besonders schoen. Die werde ich wohl heute abend hoeren. Und vielleicht zuende ich noch ein Kerzchen an. Oder so.

Euch allen, die ihr meinen Blog aus meiner Heimat oder sonstwoher verfolgt, wuensche ich ein tolles Weihnachtsfest mit euren Familien. Und ich hoffe fuer euch, dass trotz der extremen Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes heute Abend etwas Frieden und Liebe in eure Stuben einkehren wird. Irgendwie ist Weihnachten eben trotz allem jedes Jahr ein schoener Moment. Also liebt euch und seid froehlich!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Friede, Freude, Eierkuchen! :D
ah ne, das sind ja d' hippies gsi.
glich schöni wiehnachte, au wenn ersch nöchscht wuche gfeschtet wird!