Montag, 15. Dezember 2008

Wiedermal Wochenende.



Eigentlich haben die Wochenenden fuer mich momentan wieder ein wenig an Bedeutung verloren, da ich sowieso auch unter der Woche nicht allzu stark beansprucht werde und so viel freie Zeit zur Verfuegung habe. Trotzdem unternimmt man meist mehr am Wochenende, da die Studenten und anderen Bekannten hier unter der Woche meistens beschaeftigt sind.

Am Samstag lud mich meine Gastmutter Nina in die Philharmonie ein, wo Studenten ihrer Kulturakademie ein Konzert russischer Volksmusik auffuehrten. Ich stehe ja sonst nicht extrem auf Volksmusik, aber wenn man in einem fremden Land lebt, sollte man sich auch ein wenig mit dem dortigen Brauchtum auseinandersetzten. Und es gefiel mir dann durchaus gut. Schoene Gesaenge und Akkordeonklaenge, wie ich sie gerne mag. Ansonsten verbrachte ich den Tag vor allem mit Postkartenschreiben und lesen. Auf Weihnachten oder Neujahr bekommen alle, die bei mir ihr Beduerfnis danach angemeldet haben oder sonst irgendwie einer Karte wuerdig sind, von mir eine Postkarte aus Ulan-Ude. Je nachdem, wie schnell die Post ist... Ich habe dafuer ein Postkartenbuechlein der Stadt Ulan-Ude gepluendert, anders war es nicht moeglich, an halbwegs brauchbare Ansichtskarten zu kommen, die man auch tatsaechlich verschicken kann. Die Russen sind keine Postkartennation, irgendwie.
Und falls jemanden die Angst plagt, moeglicherweise vergessen zu werden, dann meldet euch bitte noch einmal mit Adresse und so bei mir.

Am Sonntag goennte ich mir den ueblichen wohl manchmal etwas zu langen Schlaf den ganzen Morgen hindurch. Danach ging ich mit Sojelma und ihrer Freundin ein wenig in der Stadt spazieren. Sie ist eine Schuelerin aus der Kleinen Akademie, wo ich bereits einige Male vorbeigeschaut habe, und wollte ein wenig mit mir reden. Kultureller Austausch und so. Wir flanierten gemeinsam durch die Stadt, wobei ploetzlich auf der anderen Seite der Fussgaengerzone ein Junge vorbeischritt, welcher die beiden 15 jaehrigen Maedchen in eine helle Aufregung versetzte - nicht anders, als wenn 15 jaehrige Maedchen in der Schweiz ihren heimlichen Schwarm vorbeigehen sehen. Auch wenn ich langsam ein wenig dieser Altersstufe entwachse, war es trotzdem amuesant und eine nette Abwechslung. In einem der Stadtparks trafen wir schliesslich auf eine Gruppe Manga- und Japan-Fanatiker, welche hier jeweils sonntags ihre Treffen abhalten. Umarmungen wurden ausgetauscht, es wurde gelacht, gemeinsam herumgehuepft, getratscht und so weiter. Schoen, dass die Jugendlichen irgendwie doch ueberall gleich sind. Und eines der Maedchen horchte auf, als sie meinen Namen hoerte: Sie hatte auch schon von meiner Anwesenheit in der Stadt gehoert. Irgendwie komme ich mir manchmal vor wie eine Stadtbekanntheit. Ein bisschen. Kein schlechtes Gefuehl, haha!
Und die Sonne setzte sich an diesem Abend besonders schoen in ihr weiches Himmelbett. Darum auch diese Fotos.



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